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Zum 20. Jahrestag – Teil 2

Mittwoch, Juni 15th, 2011

Weiter geht es mit der Presseschau zum 20. Jahrestages der Entscheidung des Deutschen Bundestages zum Umzug von Parlament und Teilen der Regierung von Bonn nach Berlin vom 20. Juni 1991.

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat auf ihren Internetseiten ein gelungenes Spezial „20 Jahre Hauptstadtbeschluss“ online gestellt. Besonders hervorzuheben sind die Videos der Reden von Wolfgang Schäuble (für Berlin), Norbert Blüm (für Bonn), Wolfgang Thierse (für Berlin) und Gerhart Baum (für Bonn). Das Abstimmungsergebnis vom 20. Juni 1991 wird als Infografik aufbereitet und man kann dabei sehr gut erkennen, das die kleineren Parteien den Ausschlag für Berlin ausgemacht haben. Nicht vergessen werden sollte in diesem Zusammenhang, dass in der Debatte der sonst übliche Fraktionszwang keine Rolle spielte.

Spiegel Online hatte bereits zum 20. Jahrestages des Einigungsvertrags, und der damit verbundenen Festlegung auf Berlin als Hauptstadt des wiedervereinigten Deutschlands, über 20 Jahre Hauptstadt Berlin berichtet und per interaktiver Grafik erläutert, „wie die Bonn-Fans bekehrt wurden„.

Auf den Internetseiten des Bundestages ist ein Interview mit Eduard Oswald (CSU) zu lesen. Oswald war 1998 zum Ende der Ära Kohl kurzzeitig Bundesbauminister und so direkt mit dem Umzug von Parlament und Teilen der Regierung beschäftigt. Im Interview mit der Wochenzeitung „Das Parlament“ schaut Oswald zurück auf die Umzugszeit und die Befürchtungen und Ängste der betroffenen Menschen. Ein lesenswertes Interview, in dem der CSU-Politiker sachlich aber dennoch menschlich einfühlsam die Thematik aufgreift. Als Bonn-Befürworter erkennt Oswald die Entscheidung vom 20. Juni 1991 heute als richtig an.

Zur aktuellen Diskussion um einen weiteren Umzug von Bundesministerien von Bonn nach Berlin äußert sich der Bonner Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch im Interview mit der Nachrichtenagentur dapd. Bemerkenswert nüchtern erkennt Nimptsch die Änderungswünsche bezüglich der Aufteilung der Regierungsfunktionen auf die beiden Städte Bonn und Berlin an und zeigt sich dabei für Modifikationen offen. Entscheident sei was gut für das Land ist. Hier erscheint Nimptsch (SPD) ähnlich selbstlos wie 1990/1991 der damalige Bonner Oberbürgermeister Hans Daniels (CDU), der sich wiederholt offen für Berlin als Hauptstadt des wiedervereinigten Deutschlands ausgesprochen hatte – zum Ärger vieler Bonner.

Zum Schluss noch einmal der Mann, der am 20. Juni 1991 möglicherweise das Blatt bzw. die Debatte zu Gunsten Berlins gewendet hat. Wolfgang Schäuble wird heute mit den Worten zitiert er erwarte „etwas mehr Verständnis für Bonn„.

Zum 20. Jahrestag

Dienstag, Juni 14th, 2011

Zum 20. Jahrestag der Entscheidung für den Umzug von Parlament und Teilen der Regierung von Bonn nach Berlin mehren sich die Presseartikel zu dem Thema. Den Anfang macht heute die Zeitung „Das Parlament“, die unter der Schlagzeile „Freudenschreie und Entsetzen“ auf die Entscheidung vom 20. Juni 1991 zurück blickt und die Entwicklung seit dem nachzeichnet. Weniger faktenorientiert schreibt das Nachrichtenmagazin Focus „20 Jahre Berlin-Beschluss: Bon(n) Voyage“ und schlägt sich auf die Seite der Umzugsbefürworter.

Die Fakten werden hoffentlich bei der Diskussionveranstaltung „Wie funktioniert der Regierungsstandort Bonn? Bilanz und Perspektiven als internationale Hauptstadt für Entwicklung, Nachhaltigkeit und Umweltschutz“ am 16. Juni 2011 in der Deutschen Welle im Vordergrund stehen. Die Bonner Kreisverbände von CDU und FDP haben Hans-Jürgen Beerfeltz (Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) und Dr. Peter Müller (Ministerialdirektor im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit) eingeladen, um über Bilanz und Perspektiven des Regierungsstandortes Bonn und die Entwicklung der Bundesstadt zu einer internationalen Hauptstadt für Entwicklung und Nachhaltigkeit zu diskutieren.

Ebenfalls am 16. Juni berichtet ein „Insider“ von seinen Erfahrungen aus den 20 Jahren Bonn-Berlin-Beschluss. Klaus Westkamp, ehemaliger Leiter des Umzugs- und Ausgleichsstabes der Bundesregierung wird Bilanz ziehen und einen Ausblick geben.